Schnuppertag am 05. September 2021

Endlich konnten wir wieder zum Tag der offenen Tür einladen.

Nach strenger Eingangskontrolle durch Kerstin Sprung war der Weg frei. Die Besucher hatten die Möglichkeit sich umfangreich über das Leben im Bienenstock und über die großartigen Leistungen der Bienen zu informieren. Im Vereinshaus wurde mehrmals ein Film über das Leben der Bienen gezeigt.

Neben Honig wurden von Harald Hesse allerlei Erzeugnisse wie Kerzen aus Bienenwachs, Pflegeprodukte mit Honiganteilen und Propolis angeboten. Einen Stand weiter konnten Interessierte Samenkugeln herstellen, um im nächsten Jahr den eigenen Garten, langweilige Grünstreifen und nackte Schottergärten in blühende Oasen zu verwandeln.

Die Hauptdarstellerinnen im Schaukasten: Der Tag fing ziemlich kühl und neblig an, aber nachdem der Nebel sich aufgelöst hatte, wurde es im Schaukasten so warm, das die Bienen vor dem Flugloch für Abkühlung gesorgt haben.

Am große Kuchenbuffet konnte man sich zwischen Quarktorte, verschiedenen Versionen von Pflaumenkuchen, Muffins, Apfelkuchen mit und ohne Sahne u.v.a. kaum entscheiden. Wer nichts Süsses wollte, der konnte am Grill zwischen unterschiedlichen Wurstsorten auswählen.

Wir bedanken uns bei allen interessierten Besucher*innen und freuen uns über die zahlreichen Anmeldungen für den Anfängerkurs 2022 . Am späten Nachmittag ging ein erfolgreicher und wunderschöner Tag der offenen Tür zu Ende.

70 – jährige Vereinsmitgliedschaft

Jürgen Drieling ist seit 70 Jahren Mitglied im Imkerverein

Jürgen hat Anfang der 1950 iger Jahre eher unfreiwillig mit der Imkerei begonnen. Er ist eines Tages vom Heuen nach Hause gekommen und da hatte sich in einem Baum auf dem Hof ein Bienenschwarm niedergelassen. Sein Großvater hat in der Nachbarschaft einen Bienenkorb besorgt und gemeinsam ist es ihnen gelungen die Bienen einzufangen.  Die Bienen waren von seiner Rettungsaktion nicht  so begeistert und haben ihn mit 22 Bienenstichen dafür „belohnt“.

Nun hieß es aber, sich um die Bienen zu kümmern, dafür zu sorgen das es ihnen gut geht und vielleicht auch ein wenig Honig zu ernten.

Anfängerkurse so wie wir es heute kennen, gab es damals noch nicht. Deshalb ist er nach kurzer Zeit in den Verein eingetreten, um sich das nötige Fachwissen anzueignen.

Für seine ersten Bienenkästen, die Hinterbehandlungsbeuten, musste er lange sparen. Aber seine Arbeit mit den Bienen war ziemlich erfolgreich, sodaß er bis zum Abitur stolzer Besitzer von 10 Bienenvölkern war und durch den Verkauf des  Honigs, das 1. Semester seines Ingenieurstudiums finanzieren konnte.

Für die Zeit seines Studiums in Braunschweig übernahm sein Bruder die Pflege der Bienenvölker. Leider nicht so erfolgreich, denn nach 3 Jahren waren keine Bienen mehr da.

Nach Abschluss seines Studium und Rückkehr nach Delmenhorst übernahm er von seinem Nachbarn 8 Bienenvölker. Zuerst imkerte er wieder in Hinterbehandlungsbeuten, aber irgendwann stellte er auf Segeberger-Beuten im DNM um.

Mit diesen Völkern ist Jürgen auch nach Schleswig-Holstein gewandert. Dort waren die Honigernten mit 70-80 kg pro Volk sehr erfolgreich. Leider waren in dieser Zeit die Preise mit 2.00 DM pro Kilo Honig richtig im Keller. Erst durch die Bildung einer Erzeugergemeinschaft konnten sich die Preise wieder stabilisieren.

In seiner Firma (heute Airbus) hatte er das Glück, sich seine Zeit auf Grund gleitender Arbeitszeit selbst einteilen zu können. So konnte er sich bei schönem Wetter um die Bienen kümmern und wenn es regnete seine Zeit am Arbeitsplatz verbringen.

Vor ein paar Jahren hat er seine Bienen in die Obhut seiner Tochter übergeben.

Die Arbeit an und mit den Bienen hat Jürgen die ganzen Jahre sehr viel Freude gemacht. Wenn es ihm einmal nicht gut ging oder wenn er sich über irgendwen oder irgendwas geärgert hatte, hat ihm die Zeit, die er mit seinen Bienen verbringen konnte, geholfen sich zu beruhigen und seine gute Laune wiederzufinden.